Dienstag
Spiele für Zeltlager und Gruppenstunden
Nr. 05 Gruppenspiele und Feste 5 Min. Lesezeit
Spiele für Zeltlager und Gruppenstunden: Anleitungen für 8 bis 30 Kinder, mit Material, Dauer, Platzbedarf, Varianten und Sicherheitshinweisen.

Im Zeltlager und in der Gruppenstunde spielt eine Gruppe von acht bis dreißig Kindern im Alter von sechs bis vierzehn Jahren gemeinsam. Ein Kind übernimmt eine Aufgabe, läuft eine Strecke, sucht einen Gegenstand oder löst mit seiner Patrouille eine Aufgabe. Dabei übt es, auf ein Signal zu hören, sich in der Gruppe abzusprechen und mit wenig Material auszukommen.
Wer solche Spiele für Gruppen zusammenstellt, findet in der katalanischen Pfadfinderbewegung eine lange Tradition des Lernens in der Natur, die bis heute in Zeitschriften und Ausbildungsmaterialien beschrieben wird, etwa bei Pfadfinder in Katalonien. Für die Gruppenstunde am Nachmittag und für den Lagerplatz gelten dieselben Grundsätze: klare Regeln, feste Zeichen, kurze Erklärungen.
Was braucht eine Gruppenstunde an Material und Platz?
Für eine Gruppenstunde von neunzig Minuten reichen meist wenige Dinge: ein Seil von zehn Metern, sechs Bänder oder Tücher, ein Beutel mit zwanzig kleinen Gegenständen, Kreide, eine Trillerpfeife und ein Erste-Hilfe-Set. Der Platz sollte mindestens zwanzig mal zwanzig Meter offen sein, damit die Kinder laufen können, ohne sich zu stoßen. Im Zeltlager bietet sich die Wiese neben den Zelten an, in der Gruppenstunde der Schulhof oder ein Parkstück.
Die Dauer wird vorher festgelegt. Ein Spiel dauert acht bis fünfzehn Minuten, eine Folge aus drei Spielen etwa eine Stunde. Zwischen den Spielen liegen zwei Minuten zum Trinken. Bei Hitze werden die Laufspiele in den Schatten verlegt, bei Regen in den Gemeinschaftsraum.
Wie läuft das Signal- und Sammelspiel ab?
Die Gruppe verteilt sich auf der Wiese. Ein Kind steht mit dem Rücken zur Gruppe und ruft eine Zahl zwischen eins und fünf. Alle anderen gehen so viele Schritte in eine beliebige Richtung. Bei der Zahl null rufen alle ein vereinbartes Wort, zum Beispiel den Namen der Gruppe, und bleiben stehen. Wer sich bewegt, geht drei Schritte zurück. Nach sechs Runden steht die Gruppe wieder dicht beieinander.
Das Spiel übt Zuhören und Orientierung. Es eignet sich für sechs bis zwanzig Kinder ab sechs Jahren. Material braucht es keines. Variante: Die Zahl wird durch ein Handzeichen ersetzt, damit die Gruppe auf Sichtzeichen achtet.
Welche Spiele eignen sich für das Zeltlager am Abend?
Am Abend ist der Platz kleiner und die Stimme leiser. Zwei Spiele passen gut.
Der blinde Pfad. Ein Seil wird in Schlangenlinien zwischen Bäumen oder Zeltheringen gespannt. Ein Kind hält das Seil mit einer Hand und geht die Strecke ab, die Augen geschlossen. Ein zweites Kind geht daneben und gibt nur mit Worten Hinweise, etwa links, rechts, langsam. Die Strecke ist zehn bis zwanzig Meter lang. Beteiligt sind immer zwei Kinder, die übrige Gruppe wartet am Ende. Dauer: zehn Minuten für zwölf Kinder. Sicherheit: Das Seil liegt nicht höher als einen Meter, der Boden ist frei von Steinen, ein Erwachsener geht mit.
Das Lagerrätsel. Die Leitung versteckt zehn Gegenstände rund um die Zelte und schreibt für jeden eine kurze Aufgabe auf einen Zettel, zum Beispiel fünf Kniebeugen oder ein Lied mit zwei Zeilen. Die Kinder suchen in Dreiergruppen. Wer einen Gegenstand findet, löst die Aufgabe und bringt ihn zur Sammelstelle. Dauer: zwanzig Minuten. Material: zehn Gegenstände, zehn Zettel, ein Stift.
Wie viele Kinder spielen bei den Staffelspielen mit?
Staffelspiele brauchen mindestens acht Kinder und eignen sich bis etwa dreißig. Die Gruppe wird in vier Reihen zu je zwei bis acht Kindern geteilt. Jede Reihe stellt sich hinter einer Markierung auf, zwölf Meter entfernt steht ein Wendepunkt, etwa ein Eimer oder ein Rucksack.
Bei der einfachen Staffel läuft das erste Kind zum Wendepunkt, umrundet ihn und läuft zurück. Dann startet das zweite Kind. Die Reihe, die zuerst fertig ist, zählt einen Punkt. Bei der Ballstaffel trägt jedes Kind einen Ball auf dem flachen Handteller und darf ihn nicht festhalten. Fällt der Ball, wird er aufgehoben und die Stelle erneut durchlaufen.
Drei Durchgänge dauern etwa fünfzehn Minuten. Material: vier Markierungen, vier Wendepunkte, vier Bälle. Platz: eine Bahn von zwölf Metern Länge und acht Metern Breite. Sicherheit: Die Bahnen liegen nebeneinander, nicht hintereinander, damit die Kinder nicht in die laufende Reihe geraten.
Welche ruhigen Spiele passen in die Gruppenstunde?
Nach den Laufspielen braucht die Gruppe eine ruhige Phase. Drei Spiele eignen sich.
Der Gegenstand im Beutel. Ein Beutel enthält zwanzig kleine Dinge: einen Löffel, einen Stein, eine Nuss, ein Band, einen Radiergummi. Ein Kind greift hinein, ertastet einen Gegenstand und beschreibt ihn, ohne ihn zu zeigen. Die anderen raten. Dauer: zehn Minuten für sechs bis fünfzehn Kinder ab sechs Jahren.
Das Standbild. Vier Kinder stellen eine Szene aus dem Lager dar, etwa das Kochen am Feuer oder das Aufbauen eines Zeltes. Die übrige Gruppe betrachtet das Bild zwanzig Sekunden und nennt danach, was sie gesehen hat. Dauer: fünfzehn Minuten.
Das Kettenwort. Ein Kind sagt ein Wort zum Thema Wald, das nächste wiederholt es und fügt ein eigenes hinzu. Wer einen Fehler macht, scheidet aus. Dauer: zehn Minuten für acht bis zwanzig Kinder ab acht Jahren.
Wie werden die Spiele gerecht und sicher geleitet?
Die Leitung erklärt jedes Spiel in drei Sätzen: was zu tun ist, wo die Grenzen liegen, wann das Spiel endet. Regeln werden vor dem Start wiederholt, nicht während des Spiels geändert. Bei Mannschaften werden die Reihen nach jedem Durchgang neu gemischt, damit keine Gruppe dauerhaft verliert.
Vor jedem Laufspiel werden Schuhe und Schnürsenkel geprüft. Der Platz wird von Glas, Steinen und Ästen befreit. Bei Gewitter endet das Spiel im Freien sofort. Ein Erwachsener bleibt am Rand und trägt das Erste-Hilfe-Set bei sich. Kinder mit Verletzungen oder Unsicherheit beim Laufen übernehmen eine Aufgabe am Rand, etwa das Zählen der Punkte oder das Halten der Markierung.
Welche Varianten halten die Gruppe über eine Stunde bei Laune?
Varianten halten das Interesse, ohne neue Regeln zu verlangen. Beim Signal- und Sammelspiel kann die Gruppe die Zahlen selbst ansagen. Bei der Staffel wird die Laufstrecke getauscht: rückwärts gehen, auf einem Bein hüpfen, einen Ball zwischen den Knien tragen. Beim Lagerrätsel werden die Aufgaben schwerer, etwa eine Aufgabe in einer anderen Sprache oder ein Lied mit drei Zeilen.
Eine weitere Variante verbindet zwei Spiele: Die Staffel endet an der Sammelstelle des Lagerrätsels, und die gefundenen Gegenstände werden sofort zu einer Aufgabe. So bleibt eine Gruppe von zwanzig Kindern etwa eine Stunde beschäftigt, mit acht Minuten Laufen, zehn Minuten Suchen und zwölf Minuten ruhigem Spiel.
Was gilt für Zeltlager über mehrere Tage?
Im Zeltlager wiederholen sich Spiele über mehrere Tage. Bewährt hat sich ein fester Ablauf: am Vormittag ein Laufspiel, am Nachmittag ein Suchspiel, am Abend ein ruhiges Spiel. Die Leitung notiert nach jedem Tag, welches Spiel gut ankam und welches nicht. So entsteht mit der Zeit eine eigene Sammlung für die Gruppe.
Wichtig bleibt, dass jedes Kind eine Aufgabe findet, die zu ihm passt. Wer nicht gern läuft, zählt, sucht oder gibt Hinweise. Wer gern läuft, übernimmt die Staffel. So spielt die ganze Gruppe mit, und niemand steht am Rand.